Ein Monat Funkstille in einer lärmenden Zeit in der die Bayern vom Tripple und die Nation abwechselnd von einer Hannoveranerin und  von  Südaftrika träumten…

Nun ich habe auch von Hannover geträumt, aber es waren Albträume: Ein unsäglicher letzter Spieltag, der meine Ahnung von Ende April bestätigte. Blutleere Bochumer von einem hochmotivierten Publikum angefeuert vergeigten den Klassenerhalt ohne einen Hauch von Gegenwehr. Am Ende stand es 0:3 gegen Hannover und seitdem wird mir in unregelmäßigen Abständen auf offener Szene ein “zweite Liga” entgegen gesungen. Das ist unschön, genauso wie der jetzt anstehende Kauf der Zweiligatabelle, die ich ABSICHTLICH über die Erstligatabelle hängen werden.

Kommt der direkte Wiederaufstieg, wie ihn Funkel & Co. propagieren oder werden doch die Doofmunder Recht behalten mit ihren stupiden “Bielefeld, Bielefeld” – Rufen?

Die neue Saison wirds zeigen… die nächsten Wochen werden auf jeden Fall “schwarz-rot-gold” im Hause Biermann. Und da ist meine Prognose eindeutig positiver als bei meinem VfL. Wir werden es unter die letzten Vier schaffen – und alles andere wird König Zufall mit Kornprinz Glück aushandeln. Die Fahnen sind schon auseinandergefaltet, die Schminke liegt bereit und das Fest zum ersten Spiel organisiert.

Auf ein neues Sommermärchen!

U-U-N-N-N-N-U-N-N-N  -  das ist die Reihenfolge des Grauens der letzten Monate:

10 Spiele ohne einen einzigen Sieg, der VfL im Steilflug. Der Abstiegskampf tobt härter denn je und in all diesem Dilemma müssen wir zur im Augenblick vielleicht besten Fußballmannschaft der Welt: David gegen Goliath wäre untertrieben und die Wetten stehen so gegen uns, das kein einziger Wettanbieter mehr als einen Cent pro Euro auf die Bayern auszahlt. Wer aber Mut zeigt und auf unseren VfL setzt wird reich belohnt: Es gibt bis zu 20 Euro auf einen gesetzten. Der höchste Wettwert in dieser Bundesligasaison.

Als ob ein aussichtsloser Kampf nicht genügen würde, hat sich Heiko Herrlich einem neuen Kampf verschrieben: Heiko vs. BILD lautet dieser Schauplatz und obwohl ich meinen imaginären Hut vor soviel Chupze ziehe – nützen werden Herrlich seine Attacken gegen die BILD nicht mal den einen Wett-Cent, den uns der Wettanbieter überweist.  Und mit jahrzehnte alten Hinweisen auf Meister Wallraff, der einst die auflagenstärkste deutsche Tageszeitung entlarvte, wird er sich nicht Heerscharen von neuen Freunden schaffen.

Aber stellen wir uns diesen übermächtigen Gegnern und machen es wie die Indianer, die sich einfach an den Fluß setzen und warten bis ihre Feinde vorbeitreiben. Allein mein Gefühl sagt mir das bevor ein einziger Chefred. der BILD oder gar der mächtige FCB vorbei geschwommen kommt, wir schon verschimmelt und vergammelt sind…

Mit einem merkwürdig zweitligareifen Gefühl im Magen ein ganz leises, davidunlikes -

“auf gehts bochum kämpfen und siegen

am 26. April 200NEUN habe ich hier schon mal unter “hätte,  wenn und aber” einen Artikel über die 2:3 Niederlage des VfL in Bremen verfasst. Ich könnte ihn 1:1 kopieren – denn fast alles hat sich wiederholt:

Stanis wunderbares 1:0 – so wie nur er nach vorne schnellen kann: ein, zwei Gegenspieler düpieren und dann den wirklich nicht geliebten Wiese überwinden. Da lacht mein angegriffenes Ruhrpottherz… Aber es kam danach wie es kommen sollte; wieder mal eine Niederlage an der Weser, wieder mal mit leeren Händen nach Haus. Aber trotzdem war dies keiner der Tage an denen ich mich noch lange nach Spielschluß ärgere, denn die Jungs haben – auch wenn die Bremer nicht in Bestbesetzung aufliefen – gefightet und gespielt. Und das gut. Stani habe ich zum ersten Mal seit langem wieder in einer Form gesehen, die ein Topscorer haben sollte, wenn er weiter so genannt werden will und auch Nachwuchsstar Roman P. war in bestechender Form. So steigen andere ab, trotzdem: es wird (wieder mal) eine Zitterpartie und wenns am Samstag gegen erstarkte Frankfurter geht, muss das Ruhrstadion (wieder) zur Festung werden.

Wieder und wieder und wieder – aber bitte nicht als Negativ-Déjá-vu a la Bremen…

GLÜCK AUF, BOCHUM!


riefen die bösen schwarz-gelben Fans des BVB beim desaströsen 1:4 meines VfL am Samstag im Ruhrstadion. Da sieht man mal wieder das Doofmunder Fans nix kapieren. Richtig gewesen wäre “Schalke, Schalke” zu skandieren – warum?

Nun wir schreiben April 1971 und Schalke 04 “verkauft” das Bundesligaspiel gegen Bielefeld. Die Bielefelder gewinnen überraschend mit 1:0 und die Knappen erholen sich jahrelang nicht  richtig von dem dann aufgedeckten Skandal.

Ich denke nicht, das der VfL am Samstag das Spiel verkauft hat, dafür gab es sicher keinen richtigen Grund, ABER gespielt haben viele Bochumer Spieler genau so, als würden sie vom Gegner Geld für eine Niederlage kassieren – zum K******! Höhepunkt Anthar Yahia, gefeierter algerischer Nationalheld, der mit seinem Pass, der den Namen nie und nimmer verdient hat, die Niederlage endgültig besiegelte. Einziger Lichtblick, Holtby, der wie aufgedreht spielte – wahrscheinlich hatten sie ihn nicht eingeweiht, weil er immer gleich alles auf facebook und per twitter veröffentlich ;) . Aber der Rest war einfach nur beschämend. Das war Fußball zum Abgewöhnen und ich kann endlich wieder über den Abstiegskampf schreiben, zittern und leiden. So wird dann doch alles gut, aber zum Erbrechen war es trotzdem…

Nie wieder 71!

Die alten Sprichwörter sind immer noch am dichtesten an der Wahrheit: “Wer nichts hat, kann auch nichts verlieren”  Wie wahr – was haben sie in Levekusen am Wochenende geheult: nach unglaublichen 24 Spielen ohne Niederlage gab es im 25. das Unvermeidliche:  Die Niederlage und das auch noch gegen einen sicher geglaubten Abstiegskandidaten.

Die gefühlten Schmerzen nach 8 Bochumer Spielen ohne Niederlage mag zwei Drittel unter denen der Niederrheiner gelegen haben, waren aber auch nicht wegzudisktutieren. Und so verschiebt sich wieder einmal der Blick auf dieses Leben : Auch Erfolge haben immense Risiken im Gepäck – und der Spruch “das die Luft oben dünner wird” trifft nicht nur auf 8000er zu…

Also stelle ich mich rein mental auf ein weiteres Jahr Abstiegskampf meines VfL ein und das sich niemand “auf seinen Lorbeeren ausruhen sollte”…

Da kommen harte Wochen auf eingefleischte Bochumer zu!

Augen zu und durch, Bochum!

wurde am letzten Samstag im Februar im Ruhrstadion geboten. Kaum taut der letzte Schneerest am Rande des Spielfeldes, trauen sich die Eichhörnchen auf den Platz. Und ja, dieses Tier ernährt sich mühsam, wie es auch Wundertrainer Herrlich erkannt hat. Ein sterbenslangweiles Spiel für das der Ausdruck “Rasenschacht” noch geschönt erscheint, denn Schach kann ja durchaus nicht uninteressant sein. Allerdings hätte so ein Spielchen nie und nimmer knapp 25.000 Zuschauer. Und das ist das eigentlich tragische an diesem Spieltag: Durch geschicktes Management lockte der VfL diese Massen bei durchaus schönem Februarwetter an die Castroper Straße und anstatt denen einen Leckerbissen zu präsentieren, nahm diese Spieltaktik des Lauerns und Mauerns, das Risiko in Kauf viele der Gelegenheitszuschauer für die nächste Zeit zu vergraulen.

Sicher die Serie hält und acht Spiele in Folge ohne Niederlage ist schon was feines, aber noch mehr Spiele ohne Herz machen auch nicht froh.
Es bleibt eine Zwickmühle in der sich der einfache Fan befindet; klar Klassenerhalt hat ohne wenn und aber Priorität, aber emotionsloser kann Kicken kaum sein.

Ich wünsch´mir in letzter Instanz für die nächsten Spiele ein bisschen mehr Mumm und weniger Eichhorn.

Auf geht´s Bochum, WAGEN und siegen!

seit ich Ende Dezember glückselig vom 3:2 Auswärtserfolg in Hannover berichtete. Und es zeigt sich wieder einmal: Krisen werden beschworen, zieren Titelseiten und füllen ganze Bücher. Erfolge dagegen werden als gegeben hingenommen.

ABER nicht in Bochum und natürlich nicht von mir; ich habe lediglich still und leise und vor allem ungläubig die fast schon unheimliche Serie des VfL verfolgt. Und irgendwie schlich sich der Aberglaube ein, das ich mit einem neuen Blogbericht die Serie womöglich unterbrechen könnte. Nun heute traue ich mich und sollte es widererwarten am Samstag eine Heimniederlage gegen die Nürnberger geben,  werde ich  meine Schreibtätigkeit grundlegend überdenken müssen…

Ansonsten herrscht bei mir eitel Freude: ein Trainer, der die Mannschaft nach Startschwierigkeiten so sicher auf den Rasen bringt, das ich auch nach torlosen Remis eine stille Genugtuung empfinde, Fan einer gut spielenden Bundesligamannschaft zu sein. Und dieses Gefühl hatte ich im letzten Jahrzehnt sehr sehr selten.

Also lautet meine Februarprognose: Am Ende der Saison steht mein VfL auf einem gesicherten Platz 10 – 12 und die nächste Saison wird die erste OHNE Abstiegssorgen.

In diesem Sinne ein dreifach donnerndes:
Hinein, hinein, hinein…

“Gut Ding braucht Weil” heißt ein weises deutsches Sprichwort. Und damit meine ich nicht diesen Beitrag, der erst ein paar Tage nach DEM großen Ereignis erscheint, sondern die 90 wunderbaren Minuten von Hannover.  Doch der Reihe nach:
Mit Lia unter widrigsten Bedingungen (einfrierendes Scheibenwischwasser, absterbender Motor, versulzter Diesel etc.) nach Hannover “geschlichen”. Bei den dort herrschenden MINUS 15 Grad, fühlten wir uns ab Verlassen des Wagens wirklich wie in der Tiefkühltruhe. Glücklicherweise kamen wir erst eine viertel Stunde vor Spielbeginn im Stadion an, ob wir eine halbe ununterkühlt überstanden hätten lasse ich einfach mal dahin gestellt.

Mit relativ vielen Bochumern ( zumindest im Gegensatz zum schönen 1:0 in  Hamburg) fieberten wir dem Eisauftritt entgegen. Doch schon nach 5 Minuten wurde es noch ein bisschen frostiger: 1:0 für Hannover, dem nach einer halben Stunde das 2:0 folgte. Die Halbzeitpause war nicht gerade die fröhlichste Pause meines Lebens; meine Hände und Lias Füße meldeten Frostzustände… und der Gedanke sich das nicht länger anzutun geisterte schon durch Block S19!

Aber wir hielten aus und wurden schon nach 5 Minuten belohnt. Das 1:2 und das 2:2  waren nur 180 Sekunden voneinander getrennt und nun kochte der Block!!! Aber nun dazu wie der Block den Sieg beschwor. Fünf Minuten vor Schluß ein Freistoß 25 Meter vor dem Hannoveraner Tor in halbrechter Position. Der Block ruft den Spezialisten zum Ball: “FUFUFUFUFUFUFUFUFUFUFUFUFUFUchs”,  was sich leider immer so ein wenig nach Urwald anhört, aber es wirkte. Der langhaarige Ösi schritt zum Ball, unterstützt von ALLEN Bochumern im Block: mindestens zwei Dutzend Male skandiert die Menge: “”HINEIN; HINHEIN, HINHEIN…” und zeigt dankenswerterweise auch noch Christian die Flugrichtung, die der Ball nehmen soll. Was nach soviel Hingabe folgt ist die logische Folge das Fuchs zum 3:2 trifft, ich in der Folge mit einem halben Liter Bier begossen werde, der zum Glück noch auf mir schockgefriert und uns mit seinem Geruch bis nach Hause auftauenend begleiten wird UND unglaublicher Jubel!!!

Der Rest ist wohlige Wärme ob der gewonnen wichtigen drei Punkte im Abstiegskampf und die Gewißheit das sich JEDER Kilometer und JEDES Minusgrad doppelt und dreifach gelohnt hat.

So macht Weihnachten wirkllich Freude!

Bochum: Glück Auf!

Hatte ich es noch letzte Woche, wenn auch nicht herbei geschrien, so doch gewünscht:
Den Auswärtssieg in Hamburg. Und auch ohne die Nationalhelden ihrer Länder, Yahia und Dedic wurde mein Wunsch erhört!

350 VfL-Seelen verloren sich im Block 14A der HSH Nordbank Arena und der Vergleich zu Asterix und Obelix schien nicht ganz abwegig: 53500 Hamburger hielten rundum stimmlich dagegen. Das am Ende doch nur das kleine Häuflein im Gästeblock zu hören war, lag in erster Linie daran, das mein VfL seit langem mal wieder das hatte, was eigentlich nur die Tüchtigen haben: Glück.

Über ein 0:3 zur Pause hätte ich mich nicht beschweren müssen, aber ein Schiedsrichter, der nun ganz bestimmt kein Heimschiri war und eine gehörige Portion Unvermögen bei den Hanseaten, ließen die Null auf beiden Seiten stehen!

Die Stimmung im Gästekäfig schwankte zwischen Verzweiflung und irriger Hoffnung auf diesen einen Punkt. Und Youngster Grote machte nach gut 75 Minuten darauf pure Freude. Und wer schon lange nicht mehr überwiegend erwachsene Menschen im ekstatischen Freudentaumel erlebt hat, dem sei ein Erleben eines VfL-Tores in der Fremde empfohlen.  Der Block stand Kopf und eine Bierdusche folgte der nächsten. Aber die Waschmittelindustrie will auch leben und für so einen Spätnachmittag im November würde ich mich auch mit zuckerhaltigeren Getränken bewerfen lassen…

Nach solchen Siegen gerate ich immer ein wenig in unsachliche Euphorie und ich habe mal schnell errechnet, wenn wir bis zur Winterpause noch 12 Punkte holen, was wir natürlich zweifelsfrei tun werden, reicht es für einen gesicherten Platz 10 – Tendenz steigend!

Denn seit dem letzten Blog weiß ich, ich muss sie nur schwarz auf weiß kundtun und schon werden Träum wahr!

Auf gehts, Bochum, kämpfen und siegen!

Gestern abend haben zwei Bochumer Geschichte geschrieben – und es war wieder einer dieser Abende an denen ich mich fragte, warum schreibt ihr die Geschichte nicht mal da wo ihr euer tägliches Brot verdient? Warum schießt ihr nicht einfach mal meinen VfL zur ersten deutschen Meisterschaft? Warum nicht mal ein Pokalsieg? Oder wenigstens ein Auswärtssieg in Hamburg am nächsten Wochenende? Ach, mir würde ja auch schon ein Unentschieden zur Glückseligkeit reichen…

Aber gestern haben sich die Kollegen Yahia und Dedic erst einmal in die Geschichtsbücher ihrer Länder eingeschrieben: Antar Yahia (ANTAR YAHIA!!!!!!ANTAR YAHIA!!!!!!) schoss mit seinem sehenwerten goldenen Tor gegen die Ägypter sein Algerien zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert zur WM und wurde wie ein Volksheld auf den Straßen von Algier gefeiert und Zlatko (der heißt wirklich so…) Dedic wußte mit seinem Siegtreffer gegen Rußland seine Slowenen auch nach Südafrika zu schießen.

Also Jungs einfach die Glücksmomente nicht immer irgendwo, sondern vielleicht auch mal für den eigenen Verein nutzen und am besten konservieren.

Ich seh´mich schon in Block 14A der HSH Nordbankarena den 2:0 Auswärtssieg gegen den HSV feiern. Tore durch Yahia (1:0, 44. Minute) und dann drei Minuten vor Schluß durch Dedic das 2:0…

Euch auch gute Tagträume.

Glück auf!

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